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Eilenriedebeirat: Vorsitz erneut durch Kleefelder besetzt Walter Meyer verabschiedet, Hans-Peter Fuchs gewählt

13. Dezember 2011 2 Kommentare

Am 12. Dezember endete im Eilenriedebeirat eine Ära: Walter Meyer (83) wurde als Vorsitzender verabschiedet, zu seinem Nachfolger wurde Hans-Peter Fuchs (66) gewählt. Wie Meyer ist auch Fuchs Mitglied des SPD-Ortsvereins Kleefeld-Heideviertel. Zur Verabschiedung Meyers, der dem Eilenriedebeirat seit 1998 angehörte, war Oberbürgermeister Stephan Weil mit seinem Stellvertreter, dem Wirtschafts- und Umweltdezernenten Hans Mönninghoff, erschienen.



 

2 Kommentare zu Eilenriedebeirat: Vorsitz erneut durch Kleefelder besetzt Walter Meyer verabschiedet, Hans-Peter Fuchs gewählt


Hans-Peter Fuchs

1

am 02. Januar 2012 um 07:23 Uhr

Sehr geehrte Frau Plätzer,

vielen Dank für Ihren Beitrag zu den kürzlich vorgenommenen Baumfällungen in der nördlichen Eilenriede zwischen Kleefelder Straße und Messeschnellweg (am Eisstadion) bzw. zwischen der Kleestraße und dem Messeschnellweg.

Sie sprechen da ein unerfreuliches Thema an, das nicht nur den Eilenriedebeirat jedes Jahr zur Winterzeit immer wieder beschäftigt. Dann führen nämlich die Förster nach den vom Rat der Stadt Hannover (!) festgelegten Bestimmungen des sog. ´Forstbetriebswerkes 2002 - 2012` die jährlichen Holzeinschläge - (Einzelbaumentnahme, jedoch keine flächigen ´Kahlschläge`, wie Sie zu formulieren beliebten, liebe Frau Plätzer!) - durch, was regelmäßig immer wieder zu Protesten der ansässigen Bevölkerung führt, die dafür wenig bis gar kein Verständnis aufbringt.

Diese negativen Reaktionen lassen sich aus Sicht der Erholungssuchenden nachvollziehen. Der Wert und die Schönheit eines Waldes wird von den meisten Menschen wesentlich an seinem Reichtum an charaktervollen alten Bäumen gemessen. Entsprechend wird die Entnahme solcher Bäume als Verarmung und Verlust empfunden. In Hannover besteht zudem die außergewöhnliche Situation, dass die Eilenriede und andere stadteigene Wälder nicht am Stadtrand liegen, sondern traditionsreiches innerstädtisches Grün darstellen, was zu einer besonders starken Identifikation der hannoverschen Bevölkerung mit dem Stadtwald beiträgt. Damit einher geht aber auch das Gefühl, dass eine Vorgabe, wonach aus der Eilenriede der Holzmarkt beliefert werden muss, ebenso unangemessen ist, wie dies auch bei anderen innerstädtischen Grünflächen der Fall wäre.

Hinzu kommt, dass bereits aus Verkehrssicherungsgründen in Hannover besonders viele alte und markante Bäume gefällt werden müssen. Wegen der Lage mitten in der Stadt ist die Wegedichte für die Erholungsnutzung und für Alltagswege zu Fuß und mit dem Rad überproportional hoch. Infolgedessen befinden sich große Flächenanteile des Waldes in Wegnähe, wo Bäume gefällt werden müssen, wenn sie nicht mehr stand- oder bruchsicher sind. Die Frage drängt sich aber auf, ob über diese unvermeidlichen Verluste hinaus alljährlich auch noch alte Bäume, von denen keine Gefahr ausgeht, gefällt werden müssen.


Auch der Eilenriedebeirat betrachtet nicht nur von seinen satzungsmäßigen Aufgaben her (Schutz und Erhalt der Eilenriede; möglichst auch Erweiterung der Eilenriede) diese vom Stadtrat vor zehn Jahren grundsätzlich so beschlossenen - und damit die Angehörgen des hannoverschen Forstbetriebs verpflichtenden - alljährlich wiederkehrenden Baumfällungen im Wald zunehmend mit großer Sorge. Deshalb wird bereits bei der im nächsten Jahr bevorstehenden Fortschreibung der bisherigen Forsteinrichtung auf das neue ´Forstbetriebswerk 2012 - 2022` intensiv die Frage diskutiert werden, ob in einem Stadtwald wie der Eilenriede, der hauptsächlich der Naherholung und in einigen Bereichen auch dem Naturschutz dient, nicht völlig auf Baumfällungen zur Belieferung des Holzmarktes verzichtet werden kann.

Die hierbei vertretenen weitestgehendsten Forderungen lauten dabei wie folgt:



Eine Holznutzung findet zum einen nur noch bei zwingenden Fällungen im Rahmen der Verkehrssicherung und zum anderen bei Durchforstungen als Pflegemaßnahme zur Förderung altholzreicher und naturnaher Bestände mit hohem waldästhetischem Wert statt. Grundsätzlich werden alte Bäume, insbesondere Stieleichen, solange es die Verkehrssicherungspflicht erlaubt, im Rahmen der Durchforstungen nicht eingeschlagen, sondern gefördert.
Damit entfällt die Zielstärkennutzung. Flankierend wird dazu der entsprechende städtische Haushaltsansatz zum Holzerlös gestrichen.
Die eingerichteten Naturwaldbereiche haben sich bewährt. Als Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt und des Walderlebens, auch mit Bezug zu den Zielen der „Nationalen Biodiversitätsstrategie“ der Bundesregierung, werden weitere Flächen mit Eignung als Naturwald identifiziert und entsprechend ausgewiesen.
Weite Teile des stadteigenen Waldes werden in ihrem Wert für Naherholung und Naturschutz durch naturnahe, teils landesweit bedeutsame Eichen-Hainbuchen-Wälder mit Übergängen in trockenere Rotbuchen-Wälder und feuchtere Erlen-Wälder geprägt. Diese Waldgesellschaften sind zu fördern. Dabei bedarf insbesondere die Stieleiche, neben der Wiederherstellung eines geeigneten Bodenwasserhaushaltes, eines Waldbaukonzeptes, welches Alteichen freistellt und Verjüngung aktiv fördert. Dies dient auch der Fähigkeit des Waldes, Risiken, die durch den Klimawandel entstehen, zu begegnen.`

Aufgrund des anliegend beigefügten Antrages (vgl. Anlage!) der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 24.08.2011 im Ratsausschuss für Umweltschutz und Grünflächen fand bereits am 12.12.2011eine öffentliche Informationsveranstaltung dieses Ausschusses zusammen mit dem Eilenriedebeirat statt, bei der seitens der Stadtverwaltung (Forstbereich) umfassend begründet wurde, warum diese der zweiten Alternative des im og. Antrag enthaltenen Prüfauftrages folgen möchte (die Zeitungen berichteten groß darüber):

Weitgehende Fortschreibung des laufenden Forstbetriebswerks, jedoch mit der Vorgabe einer Reduzierung der Holznutzung – insbesondere der vollständigen Aufgabe der Holznutzung in der vorderen Eilenriede zwischen Hohenzollernstraße und Bernadotteallee – und einer moderaten Vergrößerung der Naturwaldbereiche.

Die Diskussion über das weitere Vorgehen ist damit eröffnet und wird auf der 180. Sitzung des Eilenriedebeirates am 16.01.2011,16:00 Uhr, Rathaus, Gobelinsaal (Raum Nr. 130) öffentlich fortgesetzt. Sie können gewiss sein, dass sich der Eilenriedebeirat dabei ernsthaft mit der Frage beschäftigen wird, ob er sich für einen vollständigen Verzicht auf Baumfällungen ausschließlich zur Belieferung des Holzmarktes aussprechen sollte. Damit würde dann auch Ihrem Anliegen Rechnung getragen werden!


Abschließend möchte ich noch auf die von Ihnen kritisierten Buchenfällungen eingehen. Das hatte nichts mit den Fällungen zur Wertholznutzung zu tun, sondern diente ausschließlich den laut Bürgerlichem Gesetzbuch für die Förster verpflichtenden Maßnahmen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit (Schadensersatzpflicht; Strafandrohung): Die Buchen hatten die regenarmen Frühlingsmonate der vergangenen Jahre (insbesondere 2011) nicht verkraftet und waren eingegangen bzw. so geschwächt, dass sie aus Gründen des Bevölkerungsschutzes gefällt werden mussten. Das betraf laut Auskunft der Forstverwaltung insgesamt rund 80 Buchen, die in der Nähe der vielen Eilenriedewege standen und irgendwann bei entsprechenden Winterstürmen umzufallen bzw. auszubrechen drohten. Eigentlich waren insgesamt sogar 140 Buchen betroffen, aber die ca. 60 Buchen, die nicht in der Nähe von Verkehrswegen stehen, mussten deswegen auch nicht gefällt werden und konnten sich selbst und ihrem Schicksal überlassen bleiben (die Zeitungen haben darüber berichtet).

Ich wünsche auch Ihnen, liebe Frau Plätzer, und Ihrer werten Familie einen Guten Rutsch und ein Frohes, gesundes Neues Jahr 2012!

Mit freundlichen Grüßen!

Ihr

Hans-Peter Fuchs
Vorsitzender des Eilenriedebeirates
der Landeshauptstadt Hannover


Liane Plätzer

2

am 23. Dezember 2011 um 18:37 Uhr

Guten Tag Herr Fuchs!

Es ist schön zu hören, das ein Kleefelder im Eilenriedebeirat sitzt. Ich hoffe, es ist auch gut für die Eilenriede im Gebiet der Kleefelder Strasse.

Ich bin dort Anwohnerin und stelle mit Bestürzung fest, das seit mehreren Jahren dort der Kahlschlag für Nutzholz voran schreitet. Dieses Jahr werden nun auch die grossen alten Buchen gefällt. Zwischen Kleefelder Str. (Wohngebiet) und Messeschnellweg wandelt sich der Wald langsam in Buschland.

Mein Weihnachtswunsch ist daher dieses Jahr: Schluss mit dem Kahlschlag an der Kleestrasse!

Ich wünsche Ihnen und der Familie ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

Liane Plätzer


 

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